Die Geschichte

Vor der Eingemeindung  1218 - 1887

Die Entstehung des Namens (1218) 
Der Quartiername bezieht sich auf den Engpass zwischen dem See und dem Moränenhügel, der die Sihl vom See trennt. Die erste Erwähnung unter Engi Superior stammt von 1218, danach entwickelte sich der Namen über Enngi und Engi zur heutigen Form Enge. 1304 erwirbt Rüdiger Manesse von Freiherr Walter von Eschenbach für 15 Mark als Lehen Vogteirechte an die Enge.
Enge zu Zürich (1423)  
1423 erwirbt Zürich die Enge, die zusammen mit Leimbach eine eigene Gemeinde bildete und bis zum Einfall der Franzosen 1798 zur Obervogtei Wollishofen gehört. Viele Jahrhunderte lang war die Enge vor allem ein bäuerlich geprägtes Dorf vor den Toren der Stadt.
Ein prächtiger Landsitz entsteht (1777)  
Johannes Werdmüller baut das Muraltengut, dessen Name vom früheren Besitzer und Bürgermeister Hans Conrad von Muralt stammt. Der barocke Ehrenhof kontrastiert mit der frühklassizistischen Fassade zum See hin. Hundert Jahre später schneidet allerdings die Eisenbahn den Park vom Seeanstoss ab. 1944 von der Stadt erworben, wird das Muraltengut heute für offizielle Empfänge benützt.
Amerika-Import (1820)  
Der Stadtbürger Heinrich Escher kehrt nach 30 Jahren in Amerika wohlhabend in seine Heimatstadt zurück, errichtet 1820 auf dem Bauerngut "Wissenenbüel" ein hochklassizistisches Landhaus und gibt ihm den Namen Belvoir. Der Park von 4 ha entstand dadurch, dass der Moränenhügel terrassenförmig abgetragen wurde, um das sumpfige Seeufer aufzufüllen. Danach wurden schöne Bäume aus der ganzen Welt angepflanzt. Das Gut wurde 1901 von der Stadt gekauft, beherbergt heute die Hotelfachschule Belvoir und ist ein beliebtes Restaurant.
 Amerika-Import (1820)
Die Mauern fallen (1850)  
Nach Abbruch der wuchtigen Stadtmauern, an welche der heutige Schanzengraben erinnert, kann das städtische Siedlungsgebiet endlich expandieren. Auf den Bleichermatten bauten sich viele wohlhabende Zürcher prächtige Villen. Die Enge wird zum fashionablen Wohnquartier.
Zurück zur Antike (1858)  
Leonhard Zeugheer erbaute 1855 bis 1858 im Auftrag von Otto Wesendonk auf der Krete des Moränenhügels die spätklassizistische Nachbildung einer römischen Villa. In der Villa Wesendonk verkehrten unter anderem Richard Wagner und Conrad Ferdinand Meyer. Das Gebäude ging an die Familie Rieter und später an die Stadt, die dort 1952 das Museum Rietberg für aussereuropäische Kunst einrichtete. Das Museum wurde 1984/1985 ein erstes Mal erweitert.
 Zurück zur Antike (1858)
Zeichen der Industrialisierung (1866)  
Die Firma Gebrüder Leuthold & Co. lässt eine Wirkwarenfabrik im typischen Sichtbackstein-Stil erstellen, welche von der fortschreitenden Industrialisierung der ganzen Agglomeration Zürich zeugt. Teile des Gebäudekomplexes sind im Geviert Waffenplatz-/Beder-/Rieterstrasse bis heute erhalten geblieben.
Die erste Lokomotive fährt ein (1875)  
Die linksufrige Seebahn wird in Seenähe geplant, so dass der erste Bahnhof 1875 nicht am heutigen Standort, sondern rund 100 Meter näher zum See gebaut wird. Das Trassee verläuft durch einen Tunnel (heutige Tunnelstrasse) nach Wiedikon. Angesichts von nur rund 20 Zügen pro Tag nimmt man die zahlreichen Niveauübergänge mit den entsprechenden Wartezeiten in Kauf.
Das Werk des Stadtingenieurs (1887)  
Unter Stadtingenieur Arnold Bürkli entstehen in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts mittels beträchtlicher Seeaufschüttungen der Bürkliplatz und die Quaianlagen mit Quaibrücke und Arboretum, dem heutigen Bürklipark. Zürich erhält zum grössten Teil auf dem Gebiet der noch selbstständigen Gemeinde Enge eine spektakuläre öffentliche Promenade und öffnet sich damit erstmals wirklich dem See.